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Blower Door Test

Das Messverfahren wird auch als Blower Door Test bezeichnet. Bei der Durchführung der Messung wird vom Messteam ein elektrisch betriebenes Gebläse in eine Fenster- oder Türöffnung eingesetzt und temporär abgedichtet (Bild 1). Mit dem Gebläse wird zunächst ein Über- und anschließend ein Unterdruck im gesamten Gebäude (beheiztes Volumen) erzeugt. Dabei wird in der Regel in Schritten von zehn Pascal stufenweise die erforderliche Druckdifferenz (bis 60 oder 70 Pascal) angefahren (Bild 2). Bei jedem Messpunkt wird der erforderliche Luftvolumenstrom gemessen, welcher benötigt wird um den entsprechenden Druck aufrechtzuerhalten. Je mehr Undichtigkeiten (Leckagen) vorhanden sind, umso mehr Luft muss der Ventilator transportieren. Schlussendlich wird unter Beachtung des Innenvolumens, der Wetterlage und weiterer relevanter Kenndaten der n50-Wert errechnet. Sie erhalten von uns anschließend das Zertifikat mit allen notwendigen Dokumenten nach DIN EN 13 829 und dem ermittelten n50-Wert (Luftwechsel bei 50 Pascal Druckdifferenz). Aus dem Zertifat geht unter anderem hervor, ob die Anforderungen der DIN 4108, Teil 7 und der EnEV erreicht wurden.


Bild 1 Prinzipskizze Luftdichtigkeitsmessung (Differenzdruckverfahren)

Die eventuell vorhandenen Leckagen können mit einem Thermoanemometer und Nebelgenerator ausfindig gemacht bzw. vsualisiert werden (Bild 2)

Bild 2 Einströmende Kaltluft wird mit dem Thermoanemometer (Hitzedraht) visualisiert:

Bei ausreichender Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenbereich kann eine Wärmebildkammera ebenfalls einströmende Kaltluft sehr gut visualisieren (Bild 3). Die DIN 13829 definiert im wesentlichen zwei verschiedene Verfahren zur Prüfung der Luftdichtigkeit:


Bild 3 Visualisierung von Undichtigkeiten mit Thermografie

Verfahren A Abnahmemessung


Die Messung kann stattfinden, nachdem das Gebäude fertiggestellt ist (Nutzungszustand). Es wird der n50-Wert ermittelt und ein Zertifikat ausgestellt.

Verfahren B Messung zur Qualitätssicherung in der Bauphase


Die luftdichte Ebene (Außenwände, Dampfsperre, Fenstermit Abdichtung sowie Herstellung sämtlicher Anschlüsse untereinander usw.) muss fertig gestellt sein. Mit dem Thermoamenometer werden die eventuell vorhandenen Leckagen möglichst im Beisein der Ausführungsbetriebe ermittelt. Nicht selten führt eine "harmlose" Durchdringung der luftdichten Hülle für ein Elektrokabel oder ähnliches zu einer unzulässigen Leckage.

Weshalb ist Luftdichtigkeit so wichtig?

  • Minimierung des Lüftungswärmebedarfs = Heizkostenreduzierung
  • Vermeidung von Bauschäden (z.B. Schimmelbefall oder holzzerstörende Pilze (z.B. Echter Hausschwamm Serpula lacrymans) bei Feuchtekonverktion im Bereich von Holzbauteilen
  • Verbesserung des Raumklimas (Behaglichkeit)
  • positive Auswirkung auf EnEV-Nachweis, Energiepass sowie Nachweise für KfW-Förderprogramme
  • Sicherstellung des geplanten Schalldämmmaßes und weitere objektspezifische Vorteile im Einzelfall

Reinraumprüfung in Anlehnung an DIN EN 13 829




Bilder 4 und 5 Die erhöhten Anforderungen an die Luftdichtheit eines Reinraumes werden durch den Blower Door Test in Anlehnung an DIN EN 13 829 nachgewiesen.